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| Madeira - Kanaren: |
Madeira - ein Paradies im Atlantik:
In Porto Santo fällt unser Anker vor dem herrlichen Sandstrand in für mich bisher noch nie erlebtem klaren Wasser. Auf Kolumbus Spuren zogen wir dann von Bar zu Bar um festzustellen, dass die hiesigen Gin Tonic´s nicht zu verachten sind, und um die Stimmung einer für uns neuen Insel in uns aufzusaugen.
Die Sünden des Vorabends büßten wir bei der Biketour am nächsten Tag auf den höchsten Gipfel der Insel, von dem wir die ganze Insel von immerhin 500 Höhenmetern überblicken konnten. Unser erstes Ziel in Madeira sollte Machico sein, die älteste Stadt in Madeira und jene Bucht in der einst der Entdecker Zarco landete und von wo aus Madeira besiedelt wurde. Entgegen der Beschreibung des Hafenführers erwartete uns eine sichere Mole die obendrein nichts kostete. In einer gemütlichen Kneipe feierten wir Abschied von unseren Mitseglern Selma und Thilo, die wir inzwischen schon sehr lieb gewonnen hatten, denn am nächsten Tag stand Funchal am Programm, wo sich unsere Wege trennen sollten. Zwar war der Ankerplatz im Hafen von Funchal nicht gerade gegen Schwell geschützt, aber dafür kostete er nichts und der überaus freundliche Hafenmeister bot uns sogar die Schlüsseln für die Duschen in der Marina an. Vor lauter Gastfreundschaft war ich richtig skeptisch und lehnte vorerst ab, da wir vom Mittelmeer andere Dinge gewohnt waren. Wo auch immer man Leute in Madeira traf, überall stießen wir auf hilfsbereite Menschen und wurden unglaublich freundlich behandelt. Während wir uns als Segler im Mittelmeer lediglich wie "unerwünschte" Touristen gefühlt haben, wurden wir hier stets wie Gäste behandelt. Wie lange es wohl noch dauert bis auch Madeira von tausenden Charterbooten überschwemmt wird, der Tourismus boomt und die Menschen hier die altbekannte Dollarmiene aufsetzen. Es wird ja schon in einigen Fischerdörfern fleißig an der Fertigstellung von Marinas gebaut.... . Auch der Flughafen wurde vor erst zwei Jahren ausgebaut. Bleibt uns nur unseren Aufenthalt etwas zu verlängern und die Zeit hier im Paradies zu genießen - was wir auch taten. Von unserer Wohnung hatten wir einen tollen Blick auf die Altstadt, den wir vor allem Abends bei Wein und einem guten Abendessen genossen.
Mit dem Mountainbike ging es über die unglaublich steilen Strassen Funchals in das Bergdorf Curral das Freiras. Die endlose, mit Blumen gesäumte Bergstrasse führte uns bis auf über tausend Meter Seehöhe und erlaubte uns atemberaubende Ausblicke vom Pico Serrado in die 500 Meter tiefe Schlucht des Rio do Curral. Wohin das Auge nur blickte war es grün oder bunt von den Blumen oder anderen Pflanzen, die hier so üppig wie im Urwald wachsen.
Vermutlich wegen der starken Vegetation gibt es sehr zu unserem Leidwesen kaum Downhillstrecken zum Biken und so sausten wir in rasanter Fahrt die Bergstrasse hinunter wieder zu unserem schaukeligen Zuhause, wo uns die obligate Riesenportion Spaghetti erwartete. Tags darauf quälte ich mich mit dem Rad auf den 1800 Meter hohen Gipfel des Pico do Arieiro, einem der höchsten Gipfel Madeiras. Obwohl täglich hunderte Touristen mit dem Auto auf den Gipfel kommen, erlebt man die Natur anders wenn man zuvor drei Stunden per Rad bergauf gestrampelt ist.
Der Dunst, der fast ständig Madeiras Gipfeln umhüllt, gab ab und zu einmalige Blicke auf mitten in gewaltige Schluchten eingebettete Bergdörfer und die benachbarten Gipfel frei. Nach der pflichtgemäßen Madeirawein Verkostung hieß es wieder Anker auf und zurück nach Machico, von wo wir eine Wanderung über den Boca do Risco in das 12 Kilometer entfernte Fischerdorf Porto da Cruz unternahmen. Der Wanderweg wurde von Feigen, Weintrauben und Brombeeren förmlich überwuchert und so kam es, dass wir für die 12 Kilometer über 5 Stunden benötigten und schon wenige Kilometer von unserem Boot entfernt Bauchweh von den vielen Leckereien hatten. Die letzten Kilometer der Wanderung führten uns über einem schmalen Pfad entlang von 400 Meter senkrecht abfallenden Klippen, wo sich uns ein herrlicher Ausblick über die für Segelboote kaum zugängliche Nordküste Madeiras bot.
Meinen Geburtstag feierten wir in der genialen Ankerbucht Baja Abra, die ein riesiger versunkener Vulkankrater am östlichen Ende Madeiras ist. Dort ist im Gegensatz zur restlichen Insel alles schroff und karg ohne jeglicher Vegetation. In der Hängematte ließ es sich dort herrlich relaxen und einige Arbeiten am Schiff durchführen während mich Conny mit einem herrlichen Geburtstagsessen verwöhnte.
Der Sprung zu den Kanaren:
Die 270 Seemeilen lange Überfahrt von Madeira nach La Grazosa bei Lanzarote war wirklich ein Klacks. Bei halben Wind mit etwa 4 bft zischten wir mit bis zu 12 Knoten Speed unserem Ziel entgegen und benötigten deshalb nur anderthalb Tage. Sehr zum Leidwesen des Fischers in mir - denn bei dem Speed scheint den Fischen der Appetit auf Gummioktopus zu vergehen. Zuletzt packte uns sogar noch der Ehrgeiz und wir steuerten von Hand, da wir noch vor Sonnenuntergang unseren Ankerplatz Bahia de la Cocina (Strand der Muscheln) an einem erloschenen Vulkankegel erreichen wollten. Leider war die Sonne schneller und die mühsame Annäherung in der mondlosen Finsternis blieb uns nicht erspart.
Lanzarote - Fuerteventura:
Um alle kanarischen Inseln kennen zu lernen mussten wir bedingt durch die beständigen Nordostwinde bei den östlichen Inseln beginnen und uns dann nach Westen weiterhanteln.
Nach dem Erwachen bot sich uns eigentlich wie überall in Lanzarote und Fuerteventura ein Anblick von Wüste und trostloser Trockenheit ab und zu durchsetzt mit monströsen Ferienanlagen die rein von der Größe und dem Prunk beinahe mit den eindrucksvolleren historischen Bauwerken in Paris vergleichbar sind. Abgesehen von ein paar Palmen vor den Hotels kann man die restlichen Pflanzen auf den Inseln an einer Hand abzählen. Gott sei Dank sind wir mit unserem Boot in der Lage von Land schwer zugängliche Ankerbuchten mit schönen Sandstränden zu erreichen. Diese Trockenheit liegt wohl einerseits an der Nähe zu Afrika, das weniger als 100 Seemeilen entfernt liegt und andererseits an der Tatsache das die östlichen Kanareninseln keine allzu hohen Berge aufweisen die Wolken aufstauen und für die Erzeugung häufigen Regens garantieren können.
Einzig der Wind soll hier stark und konstant sein und somit ein Eldorado für Windsurfer bilden, was mir sehr willkommen war.
Das kleine und noch einsame Fischerdorf Playa Quemada auf Lanzarote, wo die Fischerboote täglich auf den Strand gezogen werden mussten, diente uns als erstes "Zuhause" in Lanzarote. Von dort ging es weiter zu dem wunderschönen Sandstränden Playa Papagayo, die Naturschutzgebiet und daher noch nicht mit Hotels zugepflastert sind. Dies war für mich auch gleich die erste Gelegenheit das Surfboard auszupacken. Und wirklich stellte sich Nachmittags ein feines, ablandiges Lüftchen ein und bereitete mir bei spiegelglattem Wasser viel Freude.
Tags darauf unternahm Conny eine Biketour zum Timanfaya Nationalpark, der wegen seiner noch aktiven Vulkane berühmt ist und wo man auf Kamelen durchs Vulkangestein reitende Touristen beobachten konnte. In Anbetracht der Hitze lehnte ich allerdings dankend ab mitzukommen und verbrachte einen gemütlichen Tag mit einem guten Buch in meiner Hängematte, da der Wind etwas schwächelte. Auch lernte ich hier meine deutschen Freunde Peter und Marcus kennen, die mit ihrer 50 Jahre alten und 16 Meter langen Holzyacht wegen Wantenbruchs auf den Kanaren gestrandet waren und derzeit wegen Motorschadens festsaßen. Ihr Schiff, Regina vormals "Königin 3" genannt, wurde von Peter mit viel Liebe und hohen Kosten restauriert und galt zu ihrer Zeit (1954) als die schnellste Yacht Deutschlands. Unser nächstes Ziel war die Isla de Lobos, die herrliche Tauchgründe und einen feinen Surfspot bieten soll. Die Insel selbst liegt an der Nordspitze Fuerteventuras und ist als Nationalpark besonders geschützt. Was allerdings schützenswert ist blieb uns bei einem kleinen Landgang, auf dem wir einen Vulkankegel erkletterten, rätselhaft. Es gab wirklich nur Vulkangestein, Wüstensand und ein paar Dornenbüsche, sowie ab 10 Uhr morgens massenhaft Touristen, die mit Booten vom Festland verschifft werden und den kleinen Strandabschnitt um die Lagune bevölkerten.
Surfen war ganz nett aber nicht allzu sensationell, also zog es uns weiter in den Süden. Während eines kurzen Zwischenstopps in Puerto del Rosario taten wir der Bürokratie unsere Schuldigkeit und klarierten endlich offiziell ein. Außerdem hatten wir Gelegenheit unseren Proviant etwas mit Frischkost aufzufrischen. Übernachtet haben wir in einer Bucht mit einem netten Fischerdorf, vor der wir mit Böen bis zu 35kn empfangen wurden. Am nächsten Tag stand wieder surfen am Programm und zwar auf der für ihren Wind bekannten Halbinsel Jandia, die mit der weltgrößten Surfschule aufwarten kann. Leider war der Wind nicht so ganz wie versprochen und setzte nach einigen böigen Pusteversuchen, die mich auch auf das Wasser trieben plötzlich aus. Zurück zu kommen war bei absoluter Flaute mit meinem Semisinker nicht gerade einfach, vor allem da ich schon einige Meilen vom Boot entfernt war. Gott sei Dank entdeckte das auch ein Surflehrer der mich mit dem Motorboot zurück zu der vor Anker schaukelnden Blue Note brachte. Bei einem Bier erklärte der etwa gleichaltrige Münchner, er sei nun schon seit einigen Jahren hier gestrandet, kommt ganz gut mit seinem bescheidenen Gehalt zurecht und vermisst seine Heimat überhaupt nicht - warum auch nicht!
Von einigen Seglern, Bekannten und Mitseglern werden wir immer wieder gefragt warum wir uns der Gefahr, die eine solche Reise mit sich bringt eigentlich aussetzen und was wir überhaupt nachher machen wollen. Diese Frage stellt sich für Conny und mich eigentlich kaum, da wir jetzt und heute etwas erleben wollen und das Schiff für uns die beste Möglichkeit ist mit all unserer Freizeitausrüstung die schönsten Plätze der Erde zu entdecken. Kaum auf eine andere Art und Weise kann man fast eine Tonne mit sich herum schleppen und gleichzeitig sein Schneckenhaus immer dabei haben. Zweifelsohne kommen uns schon ab und zu Gedanken, dass es eigentlich zu Hause auch ganz nett sei - vor allem wenn Neptun wieder mal zeigt, dass er der Herr im Hause ist. Kaum zeigt sich aber die Sonne, ist jeder zweifelnde Gedanke wieder verflogen.
Und weiter ging es von Surfspot zu Surfspot auf Jandia, die allesamt recht böig und leider auch wellig waren und daher unseren Wohnkomfort stark beeinträchtigt haben. Wir sehnten uns nach einem Platz ohne Sturmböen und Wellen, die unsere häusliche Ordnung völlig durcheinander brachten.
Gran Canaria und Teneriffa:
Also brachen wir rechtzeitig nach Gran Canaria auf um dort in einer geschützten Bucht nahe des Flughafens zu ankern. Zufällig sollte dort auch der beste Surfspot auf Gran Canaria sein. Die Kanarendüse blies uns mit Rekordgeschwindigkeit nach Gran Canaria und ziemlich geschafft fiel auch "Ruck Zuck" der Anker in einer allerdings sehr windigen Bucht (es blies teils mit 40kn). Leider war das wohl nichts - ein Militärjeep vertrieb uns mit Megafon, da die Bucht der wirklich einzig geschützte Ankerplatz an der Ostseite der Insel scheinbar anders als in unserer Seekarte und Hafenführer erwähnt zum Sperrgebiet erklärt wurde. Schweren Herzens also wieder Anker auf und zum nächsten leider wieder welligen Platz vor dem Städtchen Arinaga.
Dort war es derart wellig, dass ich am nächsten Tag, als ich den Motor in das Schlauchboot heben wollte, das Schlauchboot aufgeschlitzt habe. Also schwammen wir an Land, um uns wieder mal per Internet zu melden und das verpflichtende Eis für Conny zu holen. Für den nächsten Tag hatten Conny und ich eine Mountainbiketour auf den Pico de Nieves geplant. Gesagt - aber nicht ganz so leicht getan. Bei 44 °C ging es durch steile mit Kakteen bewachsene Täler aus Lavagestein und durch das bezaubernde Bergdorf St. Lucia auf 800m Seehöhe. Danach ging es aber leider laufend bergauf und bergab und bis ich das Ende meiner Kräfte erreicht hatte, war ich erst auf 1400 Meter Seehöhe obwohl ich schon 2000 Höhenmeter gestrampelt war. So blieb mir nichts anderes übrig als den mit Pinienwäldern bewachsenen Gipfel von unten zu betrachten, der sich hinter senkrechten Felswänden vor mir erhob. Wieder bei unserem Schaukelpferdchen angelangt, wollten wir uns am nächsten Tag nach Teneriffa aufmachen, wo uns Beate und Jörg am Punta Roja erwarteten. Um es aber überhaupt vom Süden Gran Canaria´s nach Teneriffa zu schaffen, war es notwendig das Lee der Insel zu nutzen um ein Stück Richtung Norden zu kommen, da zwischen Gran Canaria und Teneriffa stürmische Winde zu erwarten waren. Die Kanaren sind ja wirklich kein Anfängerrevier, was wir gleich hinter Capo Descojonado zu spüren bekamen. Nachdem wir den Südzipfel Gran Canarias gerundet hatten zeugten nur mehr die 3 Meter hohen Wellen von dem starken Wind den wir bis dahin hatten.
Teilweise mussten wir sogar motoren bzw. hatten den Wind plötzlich von der entgegengesetzten Richtung. Bei besagtem Kap allerdings, das nur 8 Meilen südlich unseres Zielhafens bei Pt. de la Aldea lag, peitschte uns wieder der Nordwind ins Gesicht und zwar mit bisher überhaupt noch nicht erlebter Stärke von bis zu 50 Knoten, also 10 Beaufort. Das Ungewöhnliche daran war, dass während wir mit Sturmsegel gegen den Sturm mit Orkanstärke anknüppelten, ein anderer Segler etwa eine halbe Meile hinter uns mit voller Besegelung unterwegs war. Beruhigend war, dass unser Boot trotz des Sturms und der Wellen gegen den Wind voran kam, wenn auch nicht gerade in Rekordtempo. Dieser Tag schien überhaupt wie verhext, da sich unser kürzlich neu erworbener Autopilot verabschiedete, obwohl er nur im Standby Modus lief. Dies ist nun schon der vierte Simrad Autopilot, der nicht mit uns reisen möchte. Auch die Digitalkamera gab genau heute den Geist auf, was vor allem die wenigen Leser unserer Homepage bedauern werden. Erschöpft erreichten wir abends tatsächlich den halbwegs geschützten Hafen, der nur ab und zu mit Fallböen bis zu 47 Knoten aufzuwarten hatte.
Leider war es dort so eng, dass an Ankern nicht zu denken war und zu seicht um anzulegen. Also blieb uns nichts anderes übrig als im zu seichten Wasser eine Murringtonne neben einem Fischerboot zu nehmen, das auch in der Nacht aufgrund des unterschiedlichen Schwojradius regelmäßig an uns anstieß. Die schlaflose Nacht wurde noch durch einige kleine Aufsitzer am Sandboden gekrönt, da der Ankerplatz bei Ebbe exakt der Bootstiefe entsprach. Morgens blies es dann bei der Überfahrt nach Teneriffa nicht mehr so hart und wir kamen sogar in Versuchung die Genua anstelle der Sturmfock zu setzen. Mit unserem Ankerplatz bei dem Top Surfspot El Medano hinter Pt Roja wurde es allerdings doch wieder nichts, da uns dort fliegendes Wasser entgegenpeitschte. Gott sei Dank verschlug es uns dann in den urigen und absolut geschützten Hafen von Las Galettas, wo viele Fahrtenyachten wie Spinnen mit jeweils 4 Ankern festgemacht waren. Der Hafen ist der einzige in ganz Spanien, wo keine Liegegebühren verrechnet werden, vorausgesetzt man hat es geschafft sich noch in eine Parklücke mit Bug und Heckanker zu quetschen. Dies Meisterstück gelang uns auch nach einigen Anläufen und wir wurden mit absoluter Ruhe und einigen interessanten Bekanntschaften belohnt. Beispielweise lernten wir einen jungen südafrikanischen Tauchlehrer kennen, der hier auf seinem Segelboot schon vier Jahre wohnte und uns einen netten Tauchplatz vor dem Hafen empfahl.
Auch sollte man hinter dem Südkap der Insel Wale beobachten können. Erstmals begrüßten wir aber unsere Mitsegler an Bord. Beate, eine Sportlehrerin und Jörg ein Pilot hatten glücklicherweise dieselben Interessen wie tauchen, surfen, klettern und segeln und somit stand einer netten Zeit zusammen nichts im Wege. Zunächst erkundeten wir gleich den Tauchplatz, ein Wrack mit vielen Fischen im glasklaren Wasser, die leider angefüttert waren. Wer bekommt nicht ein leicht unangenehmes Gefühl in der Magengrube, wenn man von Rochen mit bis zu zwei Metern Spannweite umzingelt wird und die bis auf wenige Zentimeter herankommen bevor sie scheinbar enttäuscht abdrehten. Beim zweiten Tauchgang konnten wir das Wrack überhaupt nur finden, weil uns die hungrige Horde Fische schon von weitem entgegenkam. Wie gerne hätte ich den Spieß umgedreht und das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt, indem ich solch einen Burschen in meine Pfanne befördert hätte.
Der Teide, mit 3700 Metern Seehöhe der höchste Berg Spaniens war mit seinem schneebedeckten Gipfel von hier aus ebenfalls zum Greifen nahe und so packte ich am nächsten Tag wieder das Mountainbike aus und strampelte bis zur Talstation der Seilbahn auf 2300 Metern, die auf den Vulkankegel führte. Von dort ging es nur mehr zu Fuß weiter. Der Ausblick in der klaren Bergluft war schon überwältigend und war die anstrengende Fahrt wert. Zu meinen Füßen erstreckte sich ein riesiger Krater umsäumt von über 2500 Meter hohen Gipfeln dessen Krone der Teide bildet. Das rote Vulkangestein stand im Gegensatz zu den grünen Pinienwäldern die Berghänge bis etwa 2000 Meter bewuchsen. In der Ferne sah man Gran Canaria mit dem Pico de Nieves und die etwa 100 Meilen entfernte Insel La Palma wie auch El Hierro und La Gomera mit ihren über 2000 Meter hohen Gipfeln aus den Wolken herausragen. Beim Uphill wurde ich gerade als mir das Wasser ausging von den drei Langschläfern mit dem Mietauto eingeholt und königlich mit Speis und Trank versorgt. Aber auch davor konnte ich meinen Hunger durch Weintrauben stillen, die ähnlich wie in Madeira scheinbar wild am Straßenrand wucherten. Gott Lob war es auch nicht so heiß wie auf Gran Canaria und daher empfand ich die Tour über 2700 Höhenmeter und 500 Höhenmeter zu Fuß über eine Strecke von insgesamt 110 Kilometern insgesamt nicht so anstrengend.
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