BLUE NOTE

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© Christian Widermann 2003, 2004
Malta - Balearen:
Abschied von Malta und es kommt anders als man denkt:

Der Plan war einfach: Den reparierten Autopiloten in Valetta holen, die zerrissenen Segel in Valetta reparieren lassen und mit dem Ostwind der schon seit einer Woche weht Richtung Balearen abzischen.

Also akern wir in Valetta vor Manoel Island neben einem deutschen Segler, ich zische mit dem Dinghi zur Simrad Vertretung wegen des Autopiloten und erfahre dort, dass der Fehler in Form der defekten Steuerungseinheit gefunden wurde, aber der Autopilot erst morgen fertig sein würde. Außerdem erfahre ich, es gibt in Valetta keinen Segelmacher - sondern nur am anderen Ende der Insel.
Also wieder zum Boot zurück um das Alternativprogramm - Stadtbesichtigung Valetta mit den Mountainbikes - zu starten. Am Boot angekommen, welches nun erstaunlicherweise mitten in der Fahrrinne lag, fand ich eine verzweifelte Conny, die Erstaunliches berichtete: Jemand von der Marina kam mit einem Schlauchboot und drohte die Blue Note wegzuschleppen, falls sie sich nicht freiwillig und auf der Stelle verhole, da irgendein einlaufender Segler mit der fast 100m breiten Fahrrinne nicht zurechtkäme und wir angeblich mitten im Weg lägen. Also zog Conny mit der Hand den 16kg Anker mit 20m Kette rauf, startete den Motor und ankerte ein paar Meter daneben.
Kaum war ich an Bord, kam ein Typ in einem anderen Schlauchboot von einer anderen Marina und erklärt uns, dass Ankern verboten sei (was eine glatte Lüge war) und wir uns aber für "nur" 25€ in seine Marina hängen dürfen. Nach zähen Preisverhandlungen gaben wir leider nach und verbrachten die Nacht an einer viel zu hohen Kaimauer, wo wir beim Landgang gleich unsere Kletterkünste unter Beweis stellen durften.
Dafür wurden wir mit tollen Eindrücken von Valetta belohnt.


Am nächsten Tag war wieder einmal Autopilotentag. Bei der Simrad-Vertretung angelangt, bekam ich den reparierten Autopiloten. Die Steuerungseinheit wurde ausgetauscht. Ein erster Test an Bord ergab: Er funktioniert. Sogleich genehmigten wir uns einen Manöverschluck und legten Richtung Segelmacher ab. Aber was war das?! Kaum waren die Segel oben ruckelte der Autopilot wie zuvor und gab den Geist auf. Also wieder anlegen - wieder ins Geschäft - dem armen Verkäufer, der inzwischen seinen Mechaniker nach Hause geschickt hat, das Problem erklären - Test im Geschäft zeigt, dass das blöde Ding tatsächlich immer noch hin ist - Rücksprache mit England: Austausch gegen Aufzahlung für einen teureren Autopiloten ist nicht möglich, der Alte muss repariert werden. Nach Stunden stellte sich heraus dass die Ersatzteile nicht passen oder der Ersatzmechaniker den Schaltplan nicht entschlüsseln kann - eine Stunde nach Ladenschluss wurde dann nach erneuter Rücksprache mit England der Tausch gegen Aufzahlung genehmigt.
Nun endlich konnten wir zum Segelmacher nach Marsaxlett ablegen, das Grossegel und die Genua zur Reparatur abgeben und noch einen letzten traumhaften Tauchgang zu dem 110m langen Riesenwrack Um El Farroud unternehmen.
Der Segelmacher, ein pensionierter Schweizer Frachtschiffkapitän versicherte uns dass die geklebte Stelle am Großsegel sogar einen Hurrikane überstehen würde und eher das Segel zerreist bevor sich seine Klebestelle ablöst.
Na perfekt - also kann eigentlich nichts mehr schief gehen und wir segelten mit leichter Abendbrise nach Mgarr auf Gozo zum Ausklarieren.

Denkste: Als wir in der Früh in Mgarr ankerten, kam gleich ein Typ von der Marina gelaufen, der uns heftigst zu sich winkte und erklärte, dass ankern zwar erlaubt ist, aber eine Liegegebühr von 15€ zu entrichten sei, obwohl wir nur für ein paar Stunden zwecks Ausklarieren im Hafen vor Anker lagen.

Langsam bin ich überzeugt, dass viele Menschen Segler mit "stinkreich" gleichstellen und dann sofort die Kassa klingeln hören. Nachdem ich dem Geschäftsführer der Marina erklären konnte, dass wir nicht stinkreich sind, durfte ich endlich zum Zoll. Dort allerdings wollte man unbedingt eine Rechnung über Liegegebühren sehen, sonst kann nicht ausklariert werden!!!
Gott sei Dank hatte ich die Rechnung von Valetta noch aufgehoben und der Spuk war somit vorbei.

Die Überfahrt Malta - Balearen:

Endlich waren wir wieder auf See und konnten die Freiheit des Meeres genießen. Auch wenn der Wind wie immer gegen uns wehte war es doch ein schönes Gefühl.
Da kaum Wellengang war, machte ich mich gleich daran den neuen Autopiloten zu installieren, denn bei diesen Zeitgenossen weiß man ja nie, was Ihnen gerade in den Sinn kommt.
Und prompt: Kaum war die Installation abgeschlossen, fiel der bisher zuverlässige Autopilot aus. Wir hofften auf Überhitzung durch Sonneneinstrahlung und gönnten ihm ein paar Stunden Pause.
Aber dem nicht genug - Neptun hatte noch eine Überraschung für uns bereit: Die "hurrikane - sichere" Reparaturstelle am Großsegel löste sich bei diesem Lufthauch von 2Bft nach knapp sechs Stunden "Extrembelastung" völlig ab. Leider waren wir schon zu weit von Malta entfernt, um umzudrehen und zu reklamieren. Also wurde das Nähzeug ausgepackt und ich bekam von Conny einen Schnellkurs im Nähen.


Die folgende Nachtfahrt entlohnte uns dafür für die unerwünschten Überraschungen des Tages. Nach anfänglicher Flaute frischte der NW Wind auf 20kN auf und wir flogen bei glatter See im Zick Zack Kurs unserem Ziel entgegen. Gott sei Dank habe ich mich für die Blue Note entschieden, die wenigsten auch Kreuzen kann, dachte ich mir mehr als einmal auf dieser Reise. Conny und ich waren uns von Anfang an einig, dass wir dafür gerne auf den Mehrkomfort eines anderen Schiffes verzichten und dafür zügig segeln können. Sicher könnte man "motoren", aber dass macht nur halb so viel Spaß als sich nur mit der Kraft des Windes einem doch weit entfernten Ziel näher zu kommen.
In der Morgendämmerung gab es noch eine Belohnung von Neptun. Die Spule der Schleppangel surrte und in gewöhnter Routine, ein Plastiksackerl erwartend, holte ich die Leine ein. Ich konnte es kaum fassen, als ich den silbrig glänzenden Körper eines Fisches an der Angel zappeln sah. Vor Begeisterung über den ersten selbst gefangenen Fisch weckte ich gleich Conny und wir zogen den Kerl an Bord. Das ging ja noch aber was nun? Hätte ich doch den Artikel von Slanec, dem Seenomaden, übers Fischen vorher nochmals gelesen. Da stand Conny aber auch schon mit der Tischhalterung und das Gemetzel begann. Vor Aufregung erwischte ich gleich mal meinen Finger anstelle des Fisches. Schließlich siegten wir aber doch und wir begannen nun, das gar nicht so kleine Problem der weiteren Zubereitung (schließlich war es 6 Uhr morgens und wir haben keinen Kühlschrank) zu lösen. Laut Literatur handelte es sich um eine Makrele, die wir zuerst ausnahmen, dann die Haut abzogen und Filets rausschnitten. Gott sei Dank war kein größerer Fisch an der Angel: Wir hätten in zu Zweit niemals essen können und wären fürs erste gänzlich überfordert gewesen.
Das Resultat: Einstimmig der beste Fisch unseres Lebens - Makrelenfilet in Knoblauch gedünstet auf Tomaten - Kapernsauce mit grünen Pfefferkörnern und Reis.


Fischen ist eigentlich ein verdammt spannender Zeitvertreib. Nachdem wir unseren ersten Erfolg hatten, dürfte ein Riesenfisch gebissen haben - er hat unseren Tintenfischköder verschluckt und die Leine glatt durchgebissen. Auf den Balearen mussten wir uns also für die ersten Meter nach dem Köder ein Stahldrahtseil und einen Gummistropp als Ruckdämpfer besorgen. Tags darauf wurde unser Tintenfisch Nr.2 von einer 1m Makrele verspeist - gerade vor dem Mittagessen!! - Ich hatte ihn schon 30cm hoch am Spiegel - dann löste er sich vom Haken weil er zu schwer war. Lehre Nr2: Wir haben uns gleich eine Seilschlinge zum Raufhieven der Fische gebastelt.
Leider hat ein paar Minuten später wieder ein Riesenfisch die Leine durchgebissen und Tintenfisch 2 war verloren.
Damit war der Traum vom Fischfilet in Pfeffersauce bis Menorca gestorben, da Haken, Blei und Köder somit futsch waren.
Wenigstens drehte der Wind und wir konnten die letzten Tage mit Spi und Wind von hinten, so wie es sich gehört, dahinsegeln. Leider drehte der Wind ständig, schlief oftmals ganz ein und hinterließ eine scheußliche Dünung. Dies bescherte uns arbeitsreiche Tage mit Segel und Spi ? mal bergen mal setzen, Motor ein dann wieder aus und dieses Spiel mindestens 10 Mal pro Tag, meist natürlich aber in der Nacht.
Zu guter Letzt durfte ich auch noch lernen, warum Regattaboote serienmäßig ohne Ankerrolle gebaut werden ? unser schöner Leichtwindspi blieb in der Nacht bei einem Zinserlwind an der Ankerrolle hängen, fiel ein - ich kurbelte voller Elan die Spischot dicht - ratsch - das Unterliek war auf 3m gerissen. Der Inhalt des nächsten Tages war damit auch schon vorbestimmt. Langweilig wurde uns jedenfalls auf dieser sechs Tagesüberfahrt in keiner Sekunde: Ständig waren Segel zu nähen, das Angelzeug einzuholen, die Segel zu bergen, zu setzten, der Autopilot zu liebkosen und vieles mehr. Gott sei Dank hat mir Conny die Schwerstarbeit in der Küche abgenommen, sonst hätte ich fast gesagt so ein Segeltörn wäre stressig.
Auszug aus dem Logbuch:
1 Tag: Wind 0-4 Bft aus NW natürlich gegenan. Schöne Nachtfahrt, da Wind aufgefrischt und auf N gedreht hat, so dass ein Anlieger nach Menorca möglich wurde.
2. Tag: Wind dreht uns auf N und wird schwächer 0-3 Bft. Wir müssen nach Pantellaria abdrehen und sind beeindruckt von der Silhouette der bergigen Vulkaninsel, die im Gegensatz zu Malta bewaldet und mit Weingärten geschmückt ist. Untertags den ersten Fisch gefangen, darauf Köder Squidly 1 verloren. Des Nacht "dringen" wir in die Küstengewässer von Tunesien ein und werden prompt von einem Patrouillenboot mit Funkellicht und Flutlichtanlage vertrieben. Kaum Wind - motoren wieder.
3. Tag: Spiwind aus Süd!! Tag vergeht im Fluge mit einer großangelegten Klemmentauschaktion. Nur eine Motorstunde nach Sonnenuntergang.
4. Tag: Wind aus Südost mit 3bft, Supergemütlich unterm Sonneschirm lesen, Fisch frisst Squidly 2 nachdem eine 1 Metermakrele schon fast an Deck verloren ging. Des Nachts Spi an der Ankerrolle zerfetzt.
5. Tag: Wind aus Südost mit 1-2bft, Genua ausgebaumt, Spireparatur, Nachts Flaute ? durchmotort, morgens Kreuz, da Wind leicht aus NW.
6.Tag: Wind aus Südost mit 2bft, Spi treibt uns wieder voran - Ankunft in Menorca Mahon um 19.00.

Menorca:
Als wir in Mahon unter Spi einliefen waren wir von dem schönen Stadtbild überrascht, dass mit seinen weiß gestrichenen Häusern und gepflegten Strassen einen Gegensatz zu den typischen Hafenstädten mit Ihren Werft- und Industrieanlagen bildet. Um diesmal den Fängen der Marinas und sonstigen geldgierigen Säcken zu entgehen fällt unser Anker 2 sm vor der Stadt an einem ruhigen Plätzchen. Wegen eines starken Gewitters konnten wir den lange ersehnten Schlaf erst spät finden, da uns der Wind genau auf einen Felsen trieb und wir das Boot verholen mussten.
Dummer Weise ist unser Positionslicht auch ausgefallen und ich nutzte die Gelegenheit gleich am nächsten Morgen, um festzustellen, dass die Stromleitung wohl im Mast durchgescheuert sein muss. Dies ist nur ein Beispiel von den vielen unmöglichen Kleinigkeiten die an so einem Boot laufend kaputt gehen und zu reparieren sind. Bestimmt 10 Prozent meiner Zeit wende ich mit diversen Reparaturen auf, wobei man ehrlich sagen muss, dass es ja auch lustig ist an seinem Schiff herumzubasteln.
Den restlichen Tag besichtigten wir Mahon, kauften die dringend benötigten Squidlies (Ködertintenfische) die Conny nicht so zum anbeißen fand und gönnten uns das langersehnte eisgekühlte Cola.


Danach noch der obligatorische Besuch in der Riberia del Porto, dem Hafenmeister, der uns gleich wieder 7 Euro für Ankern im Hafenbecken abknöpfen wollte. (2sm vom Hafen entfernt) Nur die Notlüge dass wir erst heute früh angekommen sind und gleich ablegen, konnte uns diesmal aus den Fängen dieser wahren Seeungeheuer retten.
Also segelten wir nach Norden zu einem vielversprechenden Ankerplatz Nahe dem Laut Hafenführer romantischen Fischerdorf Es Grao. Am nächsten Tag wollten wir den tollen Tauchplatz "Schweizerkäse" ein Stück nördlich in der Cala Arenal de Castell erkunden. Neptun allerdings hat uns wiedermal die Suppe versalzen. Um 6 Uhr morgens drehte der Wind auf Ost und blies mit 25 Kn genau in die Bucht. Planänderung: wir fahren zur Cala Macarella, die eine der schönsten Ankerbuchten in Menorca sein soll. Der Hafenführer versprach nicht zuviel: Faulenzen, die Gegend mit ein paar für Menorca typischen Wohnhöhlen erkunden, glasklares Wasser und ein Traumstrand veranlassten uns zur Feier des Tages mit dem in Malta erstandenen Marsala anzustoßen.


Nun wollten wir auch die Unterwasserlandschaft erforschen. Der einzige Hinweis über den tollsten Tauchplatz von Menorca war nur sehr wage: "Einzigartige Unterwassertropfsteinhöhle Pont de den Gil nördlich von Cittuadella." Nach einigen Erkundigungen bei einem Fischer und einer Tauchschule fanden wir diese wirklich einzigartige Unterwasserhöhle neben einem natürlichen Felsentor hinter dem, wie für uns geschaffen, ein Traumankerplatz lag - vermutlich noch schöner als der in der Dweijra Bay auf Gozo.


Wir tauchten durch einen autobahntunnelgroßen Eingang etwa hundert Meter in den Berg und fanden mehrere Meter lange Tropfsteine, die bis 2m unter die Wasseroberfläche reichten. Im inneren des Berges konnten wir auftauchen und einen Canyon geschmückt mit Sinterbildungen und Tropfsteinen entlang schwimmen.
Beim Höhlenausgang am Weg retour begegneten wir mehreren "Abendessen" in Form eines Riesendrückerfisches und großen Zackenbarschen. Leider waren die Fische schneller auf und davon als ich mein Messer zücken konnte. So genossen wir das Traumpanorama mit griechischem Salat und einer Flache Rotwein und schliefen uns mal so richtig aus, denn am nächsten Tag wartet Mallorca auf uns....... .

Mallorca:
Unter Spi hob sich vor uns die eindrucksvolle Nordwestküste mit ihren mehreren hundert Meter hohen Felsen namens Cap Formentor aus dem Dunst. Über 40 Meilen erstreckt sich diese gewaltige Küste und verändert sich vom Landschaftsbild fast gar nicht. Der höchste Berg Mallorcas, Puig Mayor, wächst mit 1450 Metern fast senkrecht aus dem Meer heraus.


Einzig Puerto de Soller bietet einen geschützten Hafen ? für uns der ideale Ausgangspunkt für Mountainbiketouren auf den Puig Mayor und Kletterei an den nahegelegenen Kletterfelsen. Da uns der Wind am Weg wieder einmal ausging - dies aber vor einem angeblich tollen Tauchplatz "El Colomer" - fiel unser Anker in Lee einer über 100 Meter senkrecht aus dem Meer ragenden Felsnadel. Wir tauchten ab und kamen in 15 Meter Tiefe zu einem Tunnel mit etwa 10 Meter Durchmesser, der den ganzen Felsen durchquerte. Im Tunnel wimmelte es nur so von Zackenbarschen und anderen großen Fischen. Wie schon so oft in letzter Zeit kamen wir aus dem Staunen gar nicht heraus. Als wir uns wieder gefangen hatten und entlang der Steilwand zum Boot zurück tauchten, schenkte uns Neptun eine Harpune, die da direkt vor uns am Meeresboden lag. Von heute an gibt's nach jedem Tauchgang frischen Fisch!
Der Naturhafen von Puerto de Soller war mit ankernden "Segelyachten" zugepflastert, dafür aber gut geschützt. Erster Programmpunkt am nächsten Morgen war das Orangeneis , eine Spezialität aus Sollers Orangenplantagen. Der Klettergarten lag direkt über dem Meer an der Steilküste und bot Kletterei mitten in Tropfsteinen und riesigen Aushöhlungen, die mit den Adlitzgräben in der Steiermark locker mithalten können.
Gegen Abend, als es kühler geworden war, wollten wir mit dem Bike den Puig Mayor bezwingen. Obwohl gegen 17 Uhr, hatte es immer noch 38 Grad und die Asphaltstraße bis zu einem Stausee auf 1000 Meter wollte kein Ende nehmen. Die Landschaft beeindruckte uns mit ihren Riesenfelsen trotz der Hitze. Oben angelangt trennten wir uns: Conny wollte zurück zum Eisgeschäft während ich mich die letzten Meter abplagte. Überraschung allerdings vor der Bergstrasse: 6 Meter hohe Elektrozäune - Militärisches Sperrgebiet. Also auch zum Eisgeschäft, nicht aber ohne vorher zu probieren wohin der kleine Forstweg mit dem offenen Tor führt - und siehe da; plötzlich stand ich am Gipfel und vor mir der Weltuntergang: Von einer Sekunde auf die andere wälzten sich schwarze Wolken über den Bergkamm und wirbelten sich in Lee zu grotesken Walzen. Hagel Blitz und Donner lösten den blauen Himmel ab. Der einsetzende Sturm beunruhigte mich und ich raste den Berg herunter zur Blue Note, die wir mit offenen Lucken und Sonnenzelt einige Meter neben anderen vor Anker liegenden Yachten zurückgelassen haben. Stürmt es im Tal auch ?,- hat Conny das Boot schützen können ?,- eine Flasche Wein ist jedenfalls fällig wenn die Blue Note heil ist! das waren die Gedanken, um die sich in meinem Kopf alles während der nicht enden wollenden 25 Kilometer langen Abfahrt ins Tal drehte.
In Port de Soller angekommen, fiel mir ein Stein vom Herzen: Kaum Wind, leichter Regen und das Boot schwamm noch aufrecht allerdings knapp an einem französischen Boot, gut 40 Meter woanders, als wir es verankert hatten. Der Franzose erklärte, während unser Abwesenheit sei im Sturm ein anderes Boot auf Drift gegangen, habe sich in unserer Ankerleine verfangen und unser Boot verfrachtet.
Nach einer kleineren Biketour am nächsten Morgen und einem letzen Orangeneis treibt es uns weiter in den Westen der Insel, wo ein tolles Tauchrevier sein soll.... .